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Winterreifen – Pflicht oder Risikofrage?

Viele denken, Winterreifen seien eine reine Empfehlung – und teilweise, dass man auch ohne sie sicher ans Ziel kommt. Die Realität sieht anders aus: Bei Schnee und Eis kann die falsche Bereifung schnell zu teuren Folgen führen.

In der Schweiz gibt es tatsächlich keine generelle Winterreifenpflicht. Es gibt jedoch immer wieder Fälle, bei denen es bei winterlichen Strassenverhältnissen zu Unfällen kommt und Fahrzeuge nicht mit geeigneter Bereifung unterwegs waren. Entscheidend ist dabei nicht, ob Winterreifen gesetzlich ausdrücklich vorgeschrieben sind, sondern, ob das Fahrzeug den konkreten Umständen entsprechend geführt wurde. Wer bei Schnee, Eis oder tiefen Temperaturen mit ungeeigneten Reifen fährt und einen Unfall verursacht, handelt unter Umständen fahrlässig.

Die Folgen können erheblich sein: Bei einem Unfall könnte dem Fahrer ein Verschulden angelastet werden. Versicherungen dürfen Leistungen kürzen oder Regress nehmen, wenn die mangelnde Bereifung den Schaden mitverursacht hat. In bestimmten Fällen sind sogar strafrechtliche Konsequenzen möglich, es droht eine Busse oder sogar der Führerausweisentzug. Fahrzeuglenker müssen ihr Auto so ausrüsten, dass es betriebssicher ist und sie es jederzeit beherrschen können. Dazu gehört bei winterlichen Verhältnissen in der Regel auch eine geeignete Bereifung. Aus dieser allgemeinen Regel lässt sich also indirekt auch eine Verpflichtung für die Montage von Winterreifen ableiten.

Für den Alltag bedeutet das: Auch ohne wortwörtlich verankerte Pflicht, Winterreifen zu montieren, trägt jeder Fahrer Verantwortung für seine Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Kommt es zum Unfall, wird nicht gefragt, ob Winterreifen vorgeschrieben waren, sondern, ob sie notwendig gewesen wären. Wer sicher durch die kalte Jahreszeit kommen will, fährt besser mit Winterreifen. Dieses Beispiel zeigt auf einfache Weise, dass Vorsicht nicht nur eine Frage des gesunden Menschenverstands, sondern auch des rechtlichen Verantwortungsbewusstseins ist.